Der Fürstenbergrundweg des SGV Neheim führt zu einer der schönsten Aussichten auf Neheim, zu dem wie ein Balkon hoch über dem Ruhrtal gelegenen Platz der altehrwürdigen Fürstenbergkapelle. Sie steht zwar schon jenseits der Stadt- und Kreisgrenzen auf dem Gebiet der Gemeinde Ense, hat aber bedeutende historische Bezüge zum Arnsberger Stadtteil Neheim.

Höhenprofil

Wegzeichen Fürstenbergrundweg: offenes Dreieck

Wegmarkierung: weißes, offenes Dreieck auf schwarzem Grund

Weglänge: 7,3 km

Steigung: 120 m

Gefälle: 120 m

Schwierigkeit: mittel

Gehzeit: etwa 2 Stunden

Höchster Punkt: 270 m (Kuppe Fürstenberg)

Tiefster Punkt: 155 m (Neheim, Ackerstraße)

Wegbeschaffenheit: überwiegend Wald- und Feldwege, zum Teil asphaltiert

Auf geht's!

Die Wanderung auf dem etwas mehr als 7 Kilometer langen Rundweg beginnt am Parkplatz Ackerstraße unmittelbar vor dem Möhnesportplatz und neben der Anschlussstelle Neheim der Autobahn 46. Der Weg führt zunächst noch durch das Wohngebiet am Besenberg und erreicht am Waldrand die von mächtigen Lärmschutzwänden begleitete Autobahn.

Unser Weg beginnt nun anzusteigen. Hinter dem Bächlein Brückensiepen, das hier die Grenze zwischen den Kreisen Soest und Hochsauerland sowie zwischen der Stadt Arnsberg und der Gemeinde Ense bildet, zweigt er rechts von der asphaltierten Forststraße ab und führt nun zügig bergauf bis zur Kreisstraße nach Lüttringen. Dort biegen wir links ab und gelangen nach etwa 500 Metern auf nahezu ebenem Weg zu einem der mächtigen Wälle der Oldenburg, einer frühmittelalterlichen Fliehburg, die möglicherweise auch Teil der Grenzsicherungen Karls des Großen gegen die Sachsen war.

Vor dem Wall biegen wir rechts ab und überqueren nach 150 Metern den mit knapp 270 Metern höchsten Punkt des Rundwegs, bevor dieser wieder nach links auf den mit einer Raute gekennzeichneten Rundweg der SGV-Region Mittleres Sauerland abbiegt. An dieser Stelle gelangt man rechts nach 400 Metern zu einer Einkehrmöglichkeit (Paters Kaffeewirtschaft, wegen eingeschränkter Öffnungszeiten unbedingt vorher im Internet informieren) im urigen alten Forsthaus, dem einstigen Badehaus der Burg Neu-Fürstenberg.

Aussicht an der FürstenbergkapelleDa die Fürstenbergkapelle nicht direkt an unserem Weg liegt, muss man jetzt auf den Abzweig achten. Nach etwa 250 Metern weist ein kleiner Wegweiser nach links. Wir folgen dem von Lüttringen kommenden Kreuzweg bis zur Kapelle und passieren dabei mehrere Wallringe der alten Oldenburg. An der Kapelle, die nur bei Gottesdiensten geöffnet ist, legen wir eine kleine Pause ein und genießen die Aussicht, die über Neheim und Hüsten hinweg bis weit in das Röhrtal hinein reicht. In ihrer heutigen Form stammt die Kapelle aus der Barockzeit. Urkundlich wird sie aber bereits im Jahre 1429 erwähnt. Grabungen haben ergeben, dass an dieser Stelle bis in das späte Mittelalter Befestigungen bestanden.

Nun geht es auf demselben Weg, den wir gekommen sind, wieder zurück zu unserem Wanderweg, den wir weiter nach links verfolgen. Nach 400 Metern biegen wir links ab und steigen über einen gewundenen Weg hinunter ins Siepen des Oldenburgbachs. An einer Linkskurve weist uns eine Informationstafel auf den Standort einer weiteren Burg hin. Es ist die im 13. Jahrhundert entstandene Burg Fürstenberg, von der die heute unter anderem in Herdringen ansässige Adelsfamilie ihren Namen abgeleitet hat. Der Kölner Fürstbischof ließ sie als Grenzburg errichten, um sein Territorium gegen die angrenzenden Grafschaften Mark und Arnsberg mit der starken Burg Neheim abzusichern. Die häufig umkämpfte und mehrfach zerstörte Burg wurde schließlich komplett aufgegeben. Heute sind kaum noch Reste von ihr erkennbar.

Auf dem Steilhang des Ruhrtals verläuft unser Rundweg weiter in Richtung Südosten. Nach mehreren Windungen geht es steil bergab und wir erreichen wieder die asphaltierte Forststraße unmittelbar neben der Autobahn. Wenn wir ihr nach links folgen, treffen wir am Brückensiepen auf die Stelle, wo wir auf dem Hinweg abgebogen sind. Unsere Wanderung führt uns nun auf demselben Weg wieder zum Ausgangspunkt zurück.